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Geschichte der Highlander/ Britisch Langhaar

Die Britisch Langhaar ist unmittelbar mit der Geschichte der Britisch Kurzhaar verbunden.
Sie unterscheiden sich vor allen Dingen durch das längere Fell, das Vorhandensein des Langhaar-Gen ll.
Man nimmt an, dass die Vorfahren der Britisch Kurzhaar vor rund 2000 Jahren von römischen Soldaten
nach Nordeuropa und später nach Britannien gebracht wurden, wo sie über einen langen Zeitraum wild lebten.
Erst im 19. Jahrhundert wurde angefangen diese Katzen gezielt auf Farbe und Typ zu züchten und andere
Rassen einzukreuzen.  Auf der weltweit ersten Katzenausstellung, die am 13.06.1871 im
„Londoner Kristallpalast“ stattfand, wurde die BKH vorgestellt und der erste  Rassestandart  verfasst.
Die Beliebtheit dieser Katzen wurde nun immer größer und sie begeisterte auch deutsche und holländische Züchter,
die sich voller Elan einer erfolgreichen Zucht der Briten widmeten. Erstmals wurden Briten mit Tabby-Zeichnung gezüchtet.
Es folgten Einkreuzungen bunter Hauskatzen, der Russisch Blue Katze und der Siam-Katze.
Vor allem aber verdanken wir der Einkreuzung der Perserkatze, die damals noch nicht so den Extremtyp zeigte,
das Aussehen der Britisch Kurzhaar. Sie trug deutlich zur Qualität des Fells und dem stämmigen Typ bei,
wie auch zu vielen Farbschlägen oder auch der besonderen Augenfarbe.
Die Weltkriege hinterließen wie bei den meisten Katzenrassen in Europa auch bei der Britisch Kurzhaar ihre Spuren.
In einer Zeit, in der Nahrung knapp war und einem andere Sorgen plagten, gingen viele wertvolle Zuchtbestände verloren.
Es wurde  schwierig, passende Zuchtkater zu finden. Aus dieser Not heraus entschieden sich die britischen Züchter
wie viele Züchter anderer Rassen dazu, die Katzen auszukreuzen, das heißt ihre Katzen mit Katern anderer Rassen
zu verpaaren. Nachdem Kreuzungen mit unregistrierten Hauskatzen nicht den gewünschten Erfolg brachten,
da die nachfahren an Typ verloren, fiel die Wahl wieder auf den  Perser. Dadurch begann sich das
Erscheinungsbild durch den fremden Einfluss immer mehr zu ändern.

Wiesen die Katzen vor dem Kreuzungsprogramm eher kleinere Köpfe  mit längeren Nasen, lange, schlanke Hälse
und elegante Körper auf und waren damit eher der Europäischen Kurzhaar vergleichbar, entwickelten sie sich
zunehmend zu Katzen mit kurzen Nasen, breiten Backen und kurzen, bulligen Körpern.
Selbstverständlich wurden diese Katzen auch auf Ausstellungen bevorzugt, so dass sich die Entwicklung
des Briten zum heutigen eher runden Typ weiter beschleunigte.
Eine weitere Rasse, mit der gerade nach dem zweiten Weltkrieg Kreuzungen unternommen wurden,
waren die Kartäuser aus Frankreich. Auch deren Züchter hatten Probleme mit den durch den Krieg
dezimierten Zuchtbeständen und griffen auf blaue Britisch Kurzhaarkater zurück, um ihren Bestand zu vergrößern.
Die Züchter der Britisch Kurzhaar profitierten von den Kreuzungen, da sie mit den blauen Kartäusern
die bei den Britten so beliebte blaue Farbe bei ihren Katzen verbessern konnten,
was allerdings wieder auf Kosten des Typs ging, so dass erneut Perser eingekreuzt wurden.
Durch das massive Einkreuzen der Perserkatze gelangte auch das Langhaar Gen in den Genpool der Briten.
Da es gegenüber dem Gen für kurzes Haar verdeckt getragen wird, konnte es sich unerkannt über Generationen
von Katzen weitervererben. Trafen zwei Katzen aufeinander, die beide ein verdecktes Langhaar-Gen trugen,
lag die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass eines der Babys von jedem Elternteil jeweils das Langhaar-Gen erbte.
In dieser reinerbigen Form wurde das Langhaar „sichtbar“ und aus zwei kurzhaarigen Katzen fiel plötzlich ein langhaariges Baby.
In früheren Jahren wurden diese „Zuchtunfälle“ verschwiegen – die Ergebnisse versteckt oder verschenkt.
Kein Züchter war begeistert davon und die Highlander, wie sie nun genannt wurden, hatten es nicht leicht,
sich zu etablieren. Dabei ist ihr Fell recht pflegeleicht, denn sie haben nicht ganz so die filzige Unterwolle
der Perser geerbt und jeder Züchter der schon einmal solch ein Kitten im Wurf hatte, weiß wie witzig und süß sie sind.
Mittlerweile sind die Highlander bei fast allen Zuchtverbänden als Rasse anerkannt.
Sie werden überwiegend im deutschsprachigen Raum, in den Niederlanden, Tschechien und Russland gezüchtet.